Gasumlage: Hab ich das richtig verstanden?

Manuel H. @, Freitag, 05.08.2022, 08:31 vor 53 Tagen 4681 Views

Die Gasumlage wurde deswegen eingeführt, weil Gasversorger, die aus unerfindlichen Gründen zwischen Gazprom und den einzelnen Stadtwerken zwischengeschaltet werden, ihre Profite gesichert bekommen müssen.

Insbesondere sollen die Kapitalinteressen einer ausländischen (finnischen) Firma geschützt werden.

Der zwischengeschaltetete Zwischenhändler hat im Moment das Pech, dass er wegen langfristiger, einst lukrativer Verträge, das russische Gas mit einem kräftigen Aufschlag an die Stadtwerke verkaufen konnte (Russland liefert ja seit Jahrzehnten zu gaga-Preisen, das verführt zu Aufschlägen). Nun müssen diese Zwischenhändler bei den üblichen Verdächtigen (Heuschrecken) auf den Spot-Märkten zu horrenden Preisen einkaufen, können aber die Mehrkosten nicht an die Stadtwerke weitergeben, da sie erst abwarten müssen, dass die Verträge auslaufen (was wahrscheinlich binnen eines Jahres sowieso geschieht).

Um denen (und den Heuschrecken der Spot-Märkte) deren Profite zu sichern, wird nun der Gaspreis um eine staatlich erhobene Umlage erhöht. Die Höhe der Umlage richtet sich danach, wie gut es den Zwischenhändlern gelingt möglichst teuer einzukaufen und wie geschickt die Heuschrecken den Spot-Markt manipulieren, um dort die Preise weiter in die Höhe zu treiben. Je höher das preisliche Ergebnis, desto höher wird die Umlage sein. Eine behäbige Behörde wird darüber wachen, dass die Zwischenhändler richtig rechnen und keinen cent bei Preiserhöhungen verlieren.

Die Umlage wird direkt ohne Abzug an alle Kapitalvertreter dieser Zwischenhändler ausgezahlt, die Höhe wird desto höher sein, desto höher es den Zwischenhändlern gelingt, einzukaufen. (Ich würde ja sofort weitere Zwischenhändler oder Spot-Markt Akteure einschalten, die mir höchste Einkaufspreise bestätigen, damit sich der Aufwand der Berechnung der Umlage so richtig lohnt.)

Hab ich da einen Denkfehler?

https://test.rtde.tech/inland/145301-gas-umlage-weitere-mehrbelastungen-fur/

Man könnte Uniper auch pleite gehen lassen

FOX-NEWS @, fair and balanced, Freitag, 05.08.2022, 09:38 vor 53 Tagen @ Manuel H. 2748 Views

bearbeitet von FOX-NEWS, Freitag, 05.08.2022, 09:43

Nur werden dann die günstigen Verträge mit Gazprom platzen. Aber kein Problem ... auch zum Spotpreis wird der Russe Käufer finden. [[top]]

Bei der Umlage ist mir der Zeitraum unklar, für den diese anfällt. Wenn ab Tag x zu zahlen wäre, müsste ja der Zählerstand festgestellt werden. Oder wird da einfach geschätzt? Irgendwie ist die Informationspolitik in der Sache schwach auf den Beinen. [[zwinker]]

Grüße

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Boomer Rage Rulez!

Verfahren bei Preisänderungen

Manuel H. @, Freitag, 05.08.2022, 09:49 vor 53 Tagen @ FOX-NEWS 2391 Views

Es ändern sich ja auch ständig die Umlagen und Abgaben, die beispielsweise beim Strom erhoben werden.
Da wird standardmäßig wie folgt verfahren:

Stromlieferant geht davon aus, dass immer eine gleichbleibende Menge geliefert wird, daraus wird der Verbrauch des Stichtages festgestellt. Es wird also schlicht geschätzt.

Der Stromkunde kann aber, wenn er den Zeitpunkt der Umlagen- und Abgabenänderung mitbekommt, von sich aus aktiv werden und den Zählerstand am Stichtag dem Versorger mittteilen, dann wird statt einer geschätzten Zahl die tatsächliche Zahl für die Berechnung genutzt.

im Großen und ganzen habe ich das auch so verstanden

JJB @, Dresden, Freitag, 05.08.2022, 09:51 vor 53 Tagen @ Manuel H. 2569 Views

wobei noch dazukommt, daß die Einkäufer (Uniper et al) ihr Gas noch mit einer ordentlichen Gewinnspanne nach Polen weiterverkaufen (Reversebetrieb der Pipeline), damit die Polen das Russengas als europäisches Gas deklarieren können. Die UA hat das auch so gehandhabt. Diese gewinne werden aber nicht thematisiert und werden wohl auch -zur Fruede des ausländischen kapitals- nicht gegengerechnet.

Treuhand-Rohwedder und seine transatlantische Nachfolgerin Birgit Breuel kommen einem da in den Sinn...

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"das ist die Seuche unserer Zeit: Verrückte führen Blinde!" (Shakespeare, King Lear)

Verwirrung stiften, schleichende Prozesse.

Durran @, Samstag, 06.08.2022, 12:50 vor 52 Tagen @ Manuel H. 870 Views

Keiner weiß bescheid. Nach der Gasumlage Anfang Oktober ist nun noch für Anfang November noch eine Gasspeicherumlage geplant.

Noch ist nicht mal klar ob die Mehrwertsteuer darauf erhoben wird oder nicht.

Also nochmal zur Klarstellung.

Gasumlage ab 01.10.2022
Gasspeicherumlage ab 01.11.2022
CO² Abgabe neu ab 01.01.2023

Gaspreiserhöhungen kommen noch extra dazu, vermutlich zischen 4 - 500 Prozent.

Auch der Strompreis wird hier zeitnah nachziehen.

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