Erinnert sich daran noch jemand? Zwangslandung einer Ryanair-Maschine in Minsk 2021

nereus @, Donnerstag, 20.01.2022, 11:38 vor 127 Tagen 2371 Views

Das sagten damals die Posaunen: [[zwinker]]

Belarus Präsident Lukaschenko entführt Ryanair Jet um Regimegegner zu verhaften

Quelle: https://www.dasgelbeforum.net/index.php?id=566044

Die etwas Nachdenklichen hatten ihre Zweifel: [[freude]]

Landung in Minsk - wie immer – die üblichen Verdächtigen.

Quelle: https://www.dasgelbeforum.net/index.php?id=566387

Quasi Aussage gegen Aussage oder besser Ansicht gegen Ansicht. Das Forum hat dazu einen herrlichen Schlagabtausch dokumentiert. [[zigarre]]

Wurde nun das Rätsel gelöst?

Die Vorspeise:

Am 24. Mai 2021 hat der Westen Weißrussland vorgeworfen, eine Ryanair-Maschine in einem Akt der „Luftpiraterie“ und mit Hilfe einer MiG-29 zur Landung in Minsk gezwungen zu haben. Der Westen hat daraufhin mehrere neue Runden von Wirtschaftssanktionen gegen Weißrussland verhängt. Bisher standen die Vorwürfe aus dem Westen der Version aus Weißrussland gegenüber, aber es gab keine neutralen Berichte.

Quelle: https://www.anti-spiegel.ru/2022/icao-bericht-ueber-ryanair-landung-in-minsk-widerlegt-...

Der Hauptgang:

Das hat sich nun geändert, denn am Montag hat die internationale Flugsicherheitsbehörde ICAO ihren Untersuchungsbericht vorgelegt, der die Vorwürfe des Westens Lügen straft.
..
Weißrussland hat bereits einen Tag nach dem Vorfall den kompletten Funkverkehr zwischen den weißrussischen Fluglotsen und der Ryanair-Maschine veröffentlicht.
Aus dem Funkverkehr ging klar hervor, dass es keinerlei Druck von Seiten der Fluglotsen gegeben hat und dass die Piloten der Ryanair-Maschine selbst die Entscheidung getroffen haben, wegen der gemeldeten Bombendrohung gegen die Maschine in Minsk zu landen ..

Und was hatte es mit der bösen MIG auf sich?

„Eine MIG-29 wurde entsandt, war jedoch noch 55 km von der Ryanair-Maschine entfernt, als die Boeing landete. Die MIG brach den Einsatz ab und kehrte zur Basis zurück.“

Die Sache mit der Mail (Bombendrohung) bleibt im Dunkel und konnte nicht geklärt werden, aber dieser kleine Satz ist ggf. nicht ganz unwichtig.

„Die CVR-Aufzeichnungen des Zwischenfalls gingen verloren, da die Fortsetzung des Fluges bei gezogenem Leistungsschalter verboten war und das CVR in Minsk nicht gesichert/ausgelesen worden war.“

Der Stimmenrekorder wird aber in der Flieger-Kanzel bedient und nicht durch den Tower.

Ungeklärt ist auch, warum die Droh-Mail an 4 Flughäfen ging.
Und woher wußte der Lotse in Minsk, daß noch andere Flughäfen die Mail bekamen?
Unklar ist auch, wann Minsk genau die Bedrohung mitgeteilt bekam, denn das ist wichtig für das Folgeszenario.

Die erste Mail soll es um 9:29 Uhr gekommen sein, als Litauen die Schweiz informierte.
Minsk behauptet auch diese Mail erhalten zu haben, kann es aber nicht belegen.
Das klingt seltsam und der Bericht läßt uns dazu wissen:

Ohne die erste E-Mail könnte davon ausgegangen werden, dass die Informationen über die Bombendrohung von den belarussischen Behörden auf anderem Wege erhalten wurden, was der FFIT nicht feststellen konnte. Sollte die erste E-Mail tatsächlich am Flughafen Minsk eingegangen sein, könnte die Umleitung des Fluges zum Flughafen Minsk in Anbetracht der Umstände als vertretbare Option angesehen werden.

Quelle: https://avherald.com/h?article=4e7d7208/0000&opt=0

Aha, nur wenn diese Info so früh gekommen wäre, hätte Lukaschenko nicht den Schwarzen Peter in der Hand.
Ich hätte da eine passende Idee.

Der intrigante Westen hatte das böse Spiel geplant und wollte Minsk in die Pfanne hauen, was am Ende ja auch irgendwie geklappt hat.
Irgendein östlicher Nachrichtendienst hat die Mails aber gecheckt und mitbekommen: Achtung, hier läuft eine verdeckte Aktion.
Da man nicht wußte, ob es echt oder gefakt ist, verständigte man unmittelbar Minsk.
Der Wertwesten bzw. seine Tentakel informierten allerdings bewußt und heimtückisch den Airport Minsk zu spät, so daß diese nicht mehr „vernünftig“ hätten handeln können.

Genau das sagt jetzt der Bericht.
Mit der frühen Info hat Minsk korrekt gehandelt, mit der späten hätte das anders ausgesehen und genau das hatte der „Wertewesten“ vor, nur hat vermutlich die russische Abwehr den Plan verhindert, was auch erklärt, daß Minsk hierzu die Quelle nicht offen legen kann.
Der Rest ist dann nur noch Nebelbombenwerfen. [[sauer]]

Nachspeise:

Was wird das Medien-Bordell dazu berichten, wenn es überhaupt dazu berichten wird?

mfG
nereus

Aus russischer Sicht: Der Wertewesten wird ggfs Falseflag Operationen ausführen, um eine Blockade zu rechtfertigen?

Joe68 @, Donnerstag, 20.01.2022, 13:51 vor 127 Tagen @ nereus 1105 Views

bearbeitet von Joe68, Donnerstag, 20.01.2022, 13:58

Das stimmt mich nicht sehr positiv, denn die Transatlantiker wollen den Russen keine eigene Entwicklung zugestehen, und werden den Bären immer weiter in die Ecke treiben, bis er aufgibt oder zerrieben wird. So wie sie es mit Lukaschenko gemacht haben.

Welche Optionen hätte denn eine russische Führung? Eine rote Linie ziehen, z.B. schriftliche Garantien dass die Ukraine blockfrei bleibt und der Donbas weitgehende Autonomie? Die NATO ist aber nicht willens den Russen diese Garantien zu geben, dem Bären steht bald ein Schach-Zug bevor.

Das blöde ist, die Transatlantiker gewinnen beim nächsten Zug, egal was Russland macht. Ziehen sich die Russen zurück, rücken die Transatlantiker näher an dessen Grenzen. Greifen die Russen die Ukraine an, gibt es Sanktionen und die Transatlantiker können jeden Preis für die Gas-Belieferung verlangen, die Rüstungsbudgets werden massiv aufgestockt werden, es gibt einen weiteren Ass um die Fehlentwicklung im kapitalistischen Wertewesten für viele Monate zu vertuschen und die finalen Corona Zwangsmaßnahmen durchzusetzen.

Es fehlen die Tauben und Realisten in den USA/EU die hier ausgleichen, denn als verletzter Bär würde ich mit einem massiven Atomschlag gegen den Wertewesten setzen (da Russland, anders als während des kalten Krieges, dem Westen gnadenlos wirtschaftlich und konventionell militärisch unterlegen ist, da Russland vom Nordkap, Skandinavien, Ostseeraum, Ukraine, schwarzes Meer, Zentralasien auch nur annähernd abgesichert werden kann).

Es bleibt spannend.

Nuklearschlag ist überflüssig. Russische Hyperschallraketen reichen völlig, um die Ukraine binnen weniger Stunden kampfunfähig zu machen.

Naclador @, Göttingen, Donnerstag, 20.01.2022, 14:55 vor 127 Tagen @ Joe68 1269 Views

Vor Sanktionen hat Russland längst keine Angst mehr. Klar möchten sie die vermeiden, aber nicht unter Aufgabe ihrer Souveränität. Russland braucht genau nichts aus der EU. Wollen ja, aber brauchen nicht.

Sollte die Ukraine wirklich blöde genug sein, zum Sturm auf den Donbass zu blasen, kann Russland die Offensive stoppen und eine Flugverbotszone einrichten, ohne auch nur einen einzigen Soldaten über die Grenze zu bewegen. Und ich wüsste nicht, wer es aufhalten sollte.

Gruß,
Naclador

--
"Nur die Lüge benötigt die Stütze der Staatsgewalt. Die Wahrheit steht von alleine aufrecht."
Thomas Jefferson

Es wird berichtet: USA verklagen weißrussische Personen wegen Entführung

mh-ing @, Freitag, 21.01.2022, 11:12 vor 126 Tagen @ nereus 389 Views

https://www.n-tv.de/politik/USA-verklagen-belarussische-Flugzeugentfuehrer-article23074...
Die USA halten ihr Narrativ weiter aufrecht und ignorieren offensichtlich völlig diesen Bericht. Nur davon ist bei N-TV zu hören. Es wird daher der entlastende Bericht ignoriert und dafür eine "Anklage in den USA" zum Thema gemacht.

So läuft nunmal der Propagandakrieg.

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