Mephistopheles: Dichtestreß im Mäuseparadies - in der Neuzeit wird die Ehe ein "Problem".

BBouvier, Samstag, 02.12.2023, 22:02 (vor 83 Tagen) @ BBouvier2645 Views

Was Spengler nicht wusste und noch nicht oder nur in Ansätzen wissen konnte,
weil er kannte den Verhaltensforscher Konrad Lorenz und "Das biologische
Masenwirkungsgesetz" von Eckhart Knaul noch nicht.

Der Mensch hält den Dichtestress (Patent BBouvier) nicht aus;
allerdings wird ihm nicht bewusst, dass er ihn nicht aushält.

Das Ergebis sind zerrüttete oder queere Geschlechterbeziehungen,
Ehescheidungen, abnormales Sexualverhalten usw.

Die Ehe wird als Selbstzweck oder Lebensgestaltung des eigenen Lebens gesehen;
so, als wäre nicht der einzige Sinn und Grund der Ehe (schon immer)
die Aufzucht von möglichst vielen Nachkommen mit den eigenen Genen.

Ist das gelungen, ist die Aufgabe der Eheleute erfüllt.
Aber, in der Neuzeit wird die Ehe ein "Problem".

So weit, so klar.

Allerdings hält der Mensch (weniger als jedes andere Lebewesen lt. Konrad Lorenz)
den Dichtestress nicht aus. Das Ergebnis ist, dass die erforderlichen Nachkommen
fehlen und sie sich zur Fortführung der Kultur als ungeeignet erweisen.

Dann wird versucht, die fehlenden eigenen Nachkommen durch kulturfremde Zuwanderer
zu ersetzen. Das ist nicht neu und nicht nur bei uns so;
die Römer haben es genau so gemacht.

Diese kulturfremden Zuwanderer halten nun selber den Dichtestress,
den jede Massengesellschaft erzeugt, nicht aus, was auch bei ihnen,
kaum haben sie sich in der 3. Generation assimiliert,
zu fehlenden Nachkommen führt.

Gegen Dichtestress würde nur Eigentum helfen.
So viel Eigentum, dass die gesamte Sippe von der Niesnutzung überleben könnte.
Also Subsistenzwirtschaft mit minimalsten Abgaben,
und diese v.a. religiös begründet und ohne Geld.

Und, siehe da!

Genau das hatten wir bis ins 9. Jh., bis dahin war Geld den Germanen unbekannt.
Auf dem Land sogar mit Einschränkungen (bis zur Einführung der Marktwirtschaft)
bis zu den Bauernkriegen, Russland etwa bis ins 17./18. Jh.,
bis zum Einmarsch Napoleons
(in einer Zivilisation wäre das Anzünden Moskaus unmöglich gewesen,
weil der Schaden größer gewesen wäre als der Nutzen.
In einer vorwiegend subsidiär wirtschaftenden Gesellschaft
ist das jedoch kein Problem, weil die verbrannten Holzhütten
lassen sich leicht aus den umliegenden unendlichen Wäldern wieder aufbauen,
sobald die Franzosen fort sind),
in Afrika bis ins 19. Jh., in Amerika bis ins 16. Jh.; z.T. sogar bis ins 19 Jh...
die Aboriginers in Australien kannten nicht einmal Naturalabgaben.

Allerdings läst sich damit weder eine Kultur, geschweige denn
eine Hochkultur fabrizieren.

Eine Hochkultur braucht Abgaben in Talern oder Dollares;
das wussten die Fürsten im 16. Jh. ganz genau, als sie den tumben Bauern
die Marktwirtschaft (wie kommt der Bauer zu Geld? Nur auf dem Markt!
wo er seine Erzeugnisse feilbietet) aufzwangen.

Gruß Mephisto


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