Michael, row the boat ashore

Fenrizwolf, Sauerland, Samstag, 28.10.2023, 09:05 (vor 123 Tagen) @ NST3540 Views

Liebe Angehörige,

was Ihr derzeit erlebt, tut mir außerordentlich leid. Da die Tode meiner Eltern noch nicht lange her sind, glaube ich, Euere Situation etwas nachvollziehen zu können.

Es mutet vielleicht etwas irrational an, daß ich mich hier einreihe, da ich weder Vertrauter noch langjähriger Forumsteilnehmer bin; dennoch gab es gemeinsame Schnittmengen, die verbindend waren.
Wenn, während ich schlief, scheinbar die ganze Welt zu schlafen schien, waren es oft seine zeitlich isoliert verfaßten Beiträge, die mir erste Morgenlektüre waren.

Während alle schliefen, während sie wie Haferflocken in der Milch aufquollen, ging er seinen individuellen Weg, mit Tälern und Gipfeln und sammelte Erfahrungen wie Pilze – manche genießbar, manche giftig.

Seine eigene Einstellung zum Tod schien mir regelrecht abgeklärt und friedlich. Und er wurde auch nicht müde, es anderen nahezulegen, den eigenen Tod zu Lebzeiten schon einmal in Betracht zu ziehen.
Ich glaube, daß er auf ein turbulentes und erfülltes Leben zurückblickt, in dem er individuell liebevolle Entscheidungen getroffen hat. Sein Vermächtnis ist fruchtbar.

Macht Euch keine Sorgen, der wird sich schon behaupten, und weiter mit uns, aber nicht bei uns sein.
Er weiß das. Wir (noch) nicht.

Man fragt sich unweigerlich, warum es selten die hellen Kerzen sind, die nicht ganz so lange brennen.

Liebe Grüße NST, ich vermisse Dich auch

Fenrizwolf

@den Sohn (so schrieb er immer):

Sofern es die Reisekasse zuläßt, würde ich der einen oder anderen Einladung von Spezis aus dem Gelben, an Deiner Stelle folgen wollen.
Wenn Dir das nicht nur pekuniär sondern auch kulturell gelingt, bekommt der Oktobermond noch Lachfalten. Morgen wird man uns allen eine Stunde Zeit schenken. Seien wir bereit!


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