Dann setzt Du auf die falsche Linux-Distribution

mabraton, Mittwoch, 27.09.2023, 10:40 (vor 261 Tagen) @ Andudu1798 Views
bearbeitet von mabraton, Mittwoch, 27.09.2023, 10:44

Hallo Andudu,

Dass Linux auf dem Desktop im Vergleich zu Windows komplizierter ist, ist ein Mythos der sich auf Linux-Versionen bezieht die mind. 5 Jahre alt sind.


...ehrlich, ich habe diese Diskussionen schon vor 20 Jahren geführt. Ich konfiguriere beruflich Linux-Systeme für unsere Kunden, ich bin kein Enthusiast (von daher entgeht mir wahrscheinlich vieles) aber ich weiß ungefähr wie ich was einzuschätzen habe.

Ja, Linux ist nicht kompliziert, so lange man alles zusammenklicken kann und keine Probleme hat, eine verbreitete Distribution nutzt usw. aber wehe irgendwas funktioniert nicht auf Anhieb...

Dass es manchmal komplex wird ist unabhängig vom Betriebssystem. Aber nicht bei einer üblichen Desktop-Umgebung. Grundlegende Dinge wie Netzwerkkonfiguration, Drucker, Grafikeinstellungen,... sind bei Ubuntu/Linux Mint und anderen gängigen Desktop-Distributionen inzwischen einfacher und klarer als bei Windows WENN DIE HARDWARE UNTERSTÜTZT WIRD, was man leicht prüfen kann, siehe unten.

Bis Win10 war alles noch in Ordnung. Dann begann bei MS das Chaos. Ich hatte eine Windows-Maschine die sich weigerte neue Versionen zu installieren. ich habe 5 erfahrene Windows-Admins hinzugezogen wovon zwei sofort meinten, Neuinstallation. Um mit Linux an diesen Punkt zu kommen muss man das System mutwillig kaputt machen.

Dazu kommen Probleme, die in der Struktur von OpenSource-Software liegen: keine Abwärtskompatibilität, Frickelteams die althergebrachte Software verhunzen, zig Distributionen mit zig Abweichungen, so dass man oft keine Problemlösung oder keine passende Software findet, weil jeder was anderes in einer anderen Version verwendet usw. Abhängigkeitsprobleme beim Updaten usw. usf.

Das hört sich nach Wildwuchs an. Wenn man bei einer Distribution bleibt und sich beim installieren an deren Vorgaben hält kann man auch mit älteren Prorammversionen arbeiten.

Ich wünschte es gäbe ein wasserdichtes Betriebssystem ohne Zumutungen, gibts aber nicht, alles historisch gewachsener Müll, der sich zunehmend zu großen Haufen türmt. Alles geht immer schneller, alles wird immer komplexer usw.

Natürlich geht es besser. Vor allem sind allesamt Ressourcenschlucker. Um ein richtig schlankes Linux auf einem älteren Rechner aufzusetzen muss man wissen was man tut. Aber es geht.

Diverse Einstellungen bei Win10/11 sind derart versteckt bzw. unlogisch untergebracht, dass nicht nur normale Privatanwender überfordert sind.


Ja, Windows ist Mist. Apple auch, Linux auch. Mit Linux Mint hatte ich noch keinen Kontakt. Jeder Linux-Fan hat da seine eigenen Vorlieben und Gewohnheiten, natürlich haben alle Vorteile und Nachteile.

Generell beschränkt sich der Bedarf bei mindestens 80% der Privatanwender auf

- Internetbrowser
- E-Mail / Chat
- Büroprogramme (Text, Kalk, Präsentation,...)
- Video/Foto/Musikverwaltung
- Bildbearbeitung

Das ist alles kostenlos unter Linux verfügbar.


Ja, unter Windows auch.

Stimmt, viele Open Source-Produkte sind inzwischen plattformübergreifend verfügbar. Speziell im Medien-Bereich hat Linux die Nase vorn.
Bspw,

Hypnotix bringt das Fernsehen auf den Desktop

TV per Internet
In der Standardkonfiguration enthält Hypnotix bereits eine Playlist mit über 2000 frei empfangbaren internationalen TV-Kanälen. Die Liste stammt aus der für den Medienplayer Kodi gedachten Sammlung Free-IPTV [5]. Hypnotix listet unter TV Channels die Sender nach Ländern geordnet auf.

Damit sind auch RT und andere ausländische Nachrichtensender empfangbar.

Bisher konnte man das aber immer irgendwie umgehen. Ausknipsen der Schnüffelei per "O&O Shutup" zum Beispiel. Auch die aufgenötigten ständigen Updates kann man verhindern, mit "Windows Update Blocker", hängt man hinter einem handelsüblichen FritzBox-Router etc., sind auch die Gefahren überschaubar (ich habe die unzumutbaren Updates seit Jahren aus und hatte noch keinerlei Probleme).


Welche Privatanwender kennst Du die das Know-How haben das zu konfigurieren?


Welcher Privatanwender kennt überhaupt Linux? Welcher dämliche Privatanwender weiß überhaupt, was ein Betriebssystem ist, wer benutzt überhaupt noch PCs?

Du schreibst ja selbst, dass du denen das aufsetzt. Sowas geht mit Windows auch, auch mit Apple-Kram (da werkelt m.W. ja auch ein Linux unten drunter).

Die Leute denen ich das aufgesetzt habe können gar kein Betriebssystem installieren!
Darunter sind Rentner und Leute die schreiend davon laufen wenn sie nach einer Festplatten-Partitionierung gefragt werden. Damit arbeiten können sie aber problemlos. Mindestens höre ich kaum etwas von Problemen.

Sollte man Windows noch benötigen ist die Installation per VirtualBox auf Linux Mint genau so einfach.


Ja. Nur werden die Rechner halt oft schon mit Windows vorkonfiguriert geliefert.

Aha, ich habs verstanden. Wenn man die Kiste einfach anschalten kann lebt man auch mit dem größten Mist.
Dabei ist alles was man tun muss mal eine Linux-Distribution runterladen, sie auf einen USB-Stick übertragen und damit den Rechner starten. Damit arbeitet man dann ein paar Tage und schaut ob alles funktioniert.

Mit Ventoy ist es noch komfortabler. Dann reicht ein einfaches kopieren einer Linux-Installationsdatei (img-Datei) auf den Stick. So kann man auch mehrere Linux-Versionen auf den Stick kopieren und sie ausprobieren.

Ventoy Anleitung – USB Multiboot Stick erstellen – Tutorial

Gaming ist das einzige Argument um Windows auf seiner Hardware zu betreiben.
Linux ist auch hier teilweise (je nach Spiel) eine Alternative. Durch SteamOS wächst der Linux-Markt.


Ähm, ja, wahrscheinlich. Keine Ahnung. Jedenfalls ist das dann schon wieder ein eigenes Linux-Betriebssystem, schon reicht Mint nicht mehr. Aber begrüßenswert, dass es solche Bestrebungen gibt.

Ich warte immer noch auf ReactOS, auch seit 20 Jahren oder so. Wenn die irgendwann eine stabile Version erreichen, wird sich vermutlich niemand mehr an Windows erinnern...

Hatte ich auch gehofft. Aber die Entwicklung geht zu langsam voran. Nach über 10 Jahren Entwicklungszeit ist ReactOs immer noch im Alpha-Stadium!
Ich setze große Hoffnung auf Haiku OS, https://www.haiku-os.org/
Das lief bei mir auf Anhieb.

Nichts für ungut. Ich bereue es, Informatiker geworden zu sein. Heutzutage macht das alles keinen Spaß mehr.

Stimmt, es ist alles komplexer und fehlerbehafteter geworden. Aber gerade deshalb ist Linux eine wohltuende Oase. Einen privaten Rechner der einmal läuft muss man gar nicht updaten - wenn er hinter einer Firewall hängt.

beste Grüße
mabraton


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