Warum sollte sich der Private verschulden, wenn …

Ostfriese, Mittwoch, 20.09.2023, 19:48 (vor 212 Tagen) @ Rheingold22690 Views

Hallo Rheingold2

Das Wörgl-Geld war ein Obrigkeitsgeld. Der Bürgermeister gab es aus und bezahlte damit seine Mitarbeiter. Die Seignorage erhielt das Bürgermeister-Amt, nicht die tatsächlich Leistenden. Mit Schmerzen ok, wenn das Bürgermeister-Amt tatsächlich nur für die Gemeinde tätig ist.

3. Nun haben die Kaufleute die 1000 in der Geschäftskasse. Wie kommen sie von dort in die Gemeindekasse? Ganz einfach: Die Kaufleute hatten eine frühere Schuld gegenüber der Gemeinde (fällige Steuern) und sie haben diese Schuld bezahlt. Forderung der Gemeinde = 1000. Schuld der Kaufleute = 1000. Debitismus pur.

Wörgl hat genau so funktioniert wie moderne ZBs auch funktionieren: es wird Geld ausgegeben (es erscheint!), das dann unweigerlich wieder in der ZB landet (es verschwindet!). Mit dem Unterschied, dass in Wörgl Staat und ZB zusammengefallen sind, während heutige ZBs formal vom Staat getrennt sind (dem sie gehören). Und dass moderne ZBs nicht Geld gegen ihre eigenen Schulden ausgeben (die ZB kauft nur wenig Leistungen vom Markt direkt, wie Arbeitsleistungen oder Banknotendruckkosten, um die 150/200 Mio. p.a.), sondern gegen die Hinterlegung von Schulden, die Dritte mit Vierten kontrahiert haben.


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https://de.wikipedia.org/wiki/Kassenanweisung

Dieses System ist uralt. Es handelt sich um sogenannte "Kassenscheine" oder "Kassenanweisungen", die es schon im 18. Jh. auf breiter Front gegeben hat.

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BILD einer Wörgl-Note https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Notgeld,_W%C3%B6rgl_Tirol,_50-Heller-Schein.jpg

...

https://archiv.dasgelbeforum.net/ewf2000/forum_entry.php?id=72919 Re: Wörgl beerdigt! Mit BILD einer Wörgl-Note, die 130 Jahre früher "umlief" verfasst von dottore, 23.07.2001, 15:36

Der Rheingold, in dem ich mich nicht verschulden kann, funktioniert als additive Währung zum Euro, also komplementär nicht im Sinne von sich wechselseitig ergänzend, sondern als reine Ergänzung zum Euro. Er ist also ein Derivat des reinen KGS, also des machtbasiert-debitistischen Systemcodes und dessen Sog-Kraft.

Die Wörgl-Bürger wollten aber Geld nicht denken. Sie händigten alles Geld dem Bürgermeister aus, der es dann vernichtete.

Auf der Ebene der Gemeinde haben die Wörgl-Bürger das Geld schon gedacht: Der Wörgl diente zuvörderst als Steuerzahlungsmittel.

Paul C. Martin: Von Anbeginn an - jenseits der Dunbar Zahl als theoretische kognitive Grenze der Anzahl an Menschen, mit der eine Einzelperson soziale Beziehungen unterhalten kann - ist der Kapitalismus die Konsequenz eines per Waffengewalt etablierten Abgabensystems mit nachfolgenden Machterhaltungs-Zessionen (sog. Privilegia oder fryheiten), und ist ohne Waffengewalt (= Besicherung des Kapitals, sowie der Erfüllung von Kontrakten, letztere im Sinne des bekannten Kettenbriefs) nicht definierbar.

Die Einzahlungen an den Staat richten sich nach einer Wirtschaftsleistung, die nicht vor den Einzahlungen an den Staat erbracht sein kann, da die Einzahlungen an den Staat sich nach der erbrachten Wirtschaftsleistung richten (= Einzahlungen minus Auszahlungen privat).

… er nicht zur Leistung gezwungen ist?

https://archiv.dasgelbeforum.net/ewf2000/forum_entry.php?id=137788 Re: Real-Enzyklopädie (29): Das Privatgeld des F.A. v. Hayek verfasst von dottore, 12.08.2002, 21:18

Kurz und bündig: Ohne die Macht des Staates ist der Kapitalismus nicht definierbar.

Die Rhein-Golder, die den machtbasiert-debitistischen Systemcode mit dessen Sog-Kraft nicht außer Kraft setzen können, bringen den Kapitalismus zusätzlich so richtig auf Trab!

Gruß - Ostfriese


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