Sie sitzen fest im Sattel und wissen das auch.

Plancius, Montag, 08.08.2022, 09:15 (vor 50 Tagen) @ nereus2052 Views

Ich häng's hier rein, weil ich keinen separaten Faden aufmachen möchte.

Mir dreht sich's nochmal um den Auftritt von Habeck Ende Juni vor den Beschäftigten der PCK-Raffinerie in Schwedt. Eigentlich muss man den Mut von Habeck bewundern, dass er so mir nichts dir nichts vor Tausenden Beschäftigten des PCK Schwedt das faktische Ende ihres Betriebes verkündet.

https://www.youtube.com/watch?v=GD-OP83cOmc

Doch was ist passiert? Es gab einige Pfiffe und ein Murren ging durch die Runde. Hier werden mit Ansage Tausende von Existenzen vernichtet und die Betroffenen murren und pfeifen nur.

Das ganze hätte ja auch ganz anders ausgehen können. Man weiß ja nie, wie eine solche Nachricht von der Masse aufgenommen wird. Die Tausenden von Beschäftigten hätten sich ja auch in einen wütenden Mob verwandeln können, die auf die Bühne gestürmt wären, sich den Wirtschaftsminister geschnappt und gelyncht hätten. Da wäre auch der Personenschutz hilflos gewesen. Deshalb aus meiner Sicht: Hut ab vor Habeck, sich so offen in die Höhle des Löwen zu begeben.

Aber andererseits wissen auch unsere Regierenden, dass sie nach wie vor fest im Sattel sitzen. Aktuelle Umfragen bestätigen es ja. Die Altparteien haben nach wie vor Zustimmungswerte im Bereich von 90%, die grünen Spitzenpolitiker Habeck und Baerbock fahren hohe Sympathiewerte ein. Sie können uns daher den nassen Waschlappen ins Gesicht hauen, ohne mit der Wimper zu zucken und ohne dass ihnen Konsequenzen drohen.

Klar werden im Herbst die Demonstrationen wieder aufflammen und stärkeren Zulauf als im letzten Jahr erfahren, aber die Leute werden zuerst die Bahnsteigkarte lösen und dann wohlgeordnet durch die Straßen marschieren. Sie machen so ihrem Unmut Luft und dann kehren sie wieder in ihr kaltes Zuhause zurück.

Man wird das ganze schon so framen, dass es zu keinen gewalttätigen Auseinandersetzungen kommt. In der BRD ist bisher immer alles mit mit viel Geld zugeschüttet werden. Genau das werden die murrenden Schwedter Beschäftigten im Hinterkopf haben. Wenn der Betrieb schließt, winken nämliche die extrem hohen Abfindungen der Chemieindustrie. Da sind dann schonmal ein paar Hunderttausend Euro für einen langgedienten Werker drin. Da lockt dann das schuldenfreie Eigenheim oder der neue BMW X5 vor der Tür. Ich kenne einige Chemiewerker aus der Kölner Region, für die der goldene Handschlag der Lottogewinn des Lebens war.

Gruß Plancius

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Der Königsweg zu neuen Erkenntnissen ist nach wie vor der gesunde Menschenverstand.


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