Möglicherweise wollte Miller auf die Deckung von Krediten hinaus.

nereus, Sonntag, 31.07.2022, 17:38 (vor 65 Tagen) @ Mephistopheles2050 Views

Hallo Meph!

Du schreibst: Das ist klassischer Marxismus. G - W - G`. Geld - Ware - Geld`.
Am Ende erlöst der kapitalistische Ausbeuter mehr Geld, als er eingesetzt hat. Wo jedoch das zusätzliche Geld herkommen soll, hat Marx und keiner seiner Adepten nie begriffen.

Ja, aber es stellt sich die Frage, ob Miller so verstanden werden wollte.
Er sagte ja:

Erst haben wir Gas verkauft, dann haben wir es gefördert, unser Produkt - unsere Regeln.

Erst wurde verkauft und dann wurde gefördert.
Wie die Käufer zum Geld kommen, interessiert an dieser Stelle nicht, auch wenn das für diesen nicht unerheblich ist.

Miller verglich das alte System mit dem neuen.
Bretton Woods = Geld-Ware-Geld-Preis
BRICS Version = Ware-Geld-Ware

Diese Schemen bilden nur bedingt die Verhältnisse ab.

Bretton Woods verlangte Zahlungen in US-Dollar, die bei Systemgründung noch in Gold gewandelt werden konnten.
Daraus folgte, daß halsbrecherische Kreditlinien des Währungshüters bestraft werden konnten durch Goldabfluß als Kreditbremse.
D.h. wenn die Amis alles Gold hätten ausliefern müssen, wäre die Veranstaltung zu Ende gewesen und der Dollar wäre in die Grube gefahren.

Diese Einlöse-Garantie wurde durch die Amis im August 1971 aufgehoben, als der Dollar bereits 25 Jahre den internationalen Geschäftsverkehr dominierte.
Ein Regelbruch sondergleichen, doch Macht bricht in der Regel die Regeln. [[zwinker]]

Deine Marx-Geschichte hat bei dieser Betrachtung wenig bis nichts zu suchen, denn darum ging es Miller nicht.

Miller meinte – zumindest verstehe ich ihn so – daß die USA einfach Geld in die Welt nach Belieben schicken können, weil der Rest des Planeten den US-Dollar benötigt, um überhaupt Rechnungen zahlen können.
Es geht also um die Währungshoheit und nicht um schuldgedecktes Geld an sich.

Jetzt wollen die BRICS-Staaten wieder eine Deckung einführen, die auf Rohstoffen und Edelmetallen basiert, also in etwa das, was vor August 1971 galt, aber sich damals ausschließlich auf Gold bezog.
Ob das funktioniert, werden wir sehen.

Im Artikel lesen wir auch: Der reale Wert des Geldes und insbesondere des Dollars, der nicht durch Sachwerte gedeckt ist, wird ausgehöhlt, und die akzeptierte Bewertung der Gold- und Devisenreserven der Staaten war immer sehr bedingt. Wieviel Gold sich tatsächlich im amerikanischen Fort Knox befindet, ist nicht sicher bekannt. Seit 1971 beruht der Wert des Dollars auf einem allgemeinen Konsens, der durch die Macht der amerikanischen Flugzeugträger unterstützt wird.

Wenn Du schon mit neuen Krediten (fehlendem Geld) argumentierst, dann solltest Du auf die fehlende Deckung des Greenbacks verweisen, die nur durch das militärische Argument in Schach gehalten wird, was eigentlich mit Ökonomie nicht mehr viel zu tun hat.

mfG
nereus


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