Denkfehler im Barter-Gedankengang

paranoia, Die durchschnittlichste Stadt im Norden, Sonntag, 03.07.2022, 14:39 (vor 39 Tagen) @ Manuel H.1577 Views
bearbeitet von paranoia, Sonntag, 03.07.2022, 14:45

Irgendwann hatte ich mal gelesen, dass Mao und Stalin ein Handelsabkommen schlossen:
russische Schwerindustrieanlagen gegen Rohstoffe (Weizen oder so)
Die Sowjetunion war ja bis in die 80er von Weizenimporten aus den USA abhängig, da deren Kolchosen in diesem fruchtbaren Riesenland nicht mal für Eigenversorgung taugten.
Anstatt die beiden Handelsgüter einfach nur zu bartern, wurde ein Geldabkommen geschlossen, natürlich in US-Dollar, womit ein demütiger Gang zur Wallstreet verbunden war, wo dann das US-Kapital die Zinsbedingungen, Laufzeiten usw. diktierten.
Wie souverän war das denn?

Das glaube ich nicht, denn Deine beschriebene Vorgehensweise ist wirtschaftlich gesehen absolut sinnlos.
Was soll ein "Geldabkommen" sein?
Niemand der Handelspartner muss sich verschulden, denn er liefert ja für seinen Erwerb statt Geld Ware.

Es gab damals einen Marktpreis für Weizen (z.B. in USD), aber der Preis einer "russischen Schwerindustrieanlagen" (z.B. in USD) existierte einfach nicht.
Einigt man sich auf einen Preis für die Industrieanlage, kann man auf Basis des Marktpreises für Weizen auch die erforderliche Weizenliefermenge bestimmen.
Zahlungen werden erst dann erforderlich, wenn der Wert des gelieferten Weizen den Kaufpreis nicht deckt oder anders herum.

Gruß
paranoia

--
Ich sage "Ja!" zu Alkohol und Hunden.


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