Was verstehen die unter Homo sapiens?

Gernot ⌂, Samstag, 02.07.2022, 13:08 (vor 40 Tagen) @ Rainer730 Views
bearbeitet von Gernot, Samstag, 02.07.2022, 13:41

Ich habe mir den Film noch nicht zu Ende angesehen; mal sehen, wann ich die Zeit dazu finde.

Aber was ich bislang gesehen habe, irritiert mich:
Der Schädel gleicht nicht dem Jetztmenschen. Die Überaugenwulst ist extrem ausgeprägt, dsgl. die Phrognatie des Oberkiefers (im Gegensatz zur Angabe "flaches Gesicht" im Film. Die Stirn erscheint mir extrem niedrig und fliehend, ohne, dass hinten eine auffällige Langschädeligkeit ausgleicht. Angedeutet allerdings ist sie immerhin.
Ich fürchte, man erzählt uns nicht alles, was die gezeigte Schädelvermessung ergab.

Vielleicht geht es nur wieder um das Narativum "es gibt keine Rassen" (subspecies).

Vielleicht wird nur wieder die Homo sapiens erectus/Homo sapiens habilis-Deutweise bekräftigt, während früher erectus und habilis als eigene Arten (bona species) anerkannt waren.
Das wäre entwicklungsbiologisch natürlicher, als 300000 Jahre ohne biologische Differenzierung zu unterstellen und noch dazu eine Zweirassigkeit, die einer angeblichen Einrassigkeit gewichen wäre. Das ist zwar nicht unmöglich, würde aber den Prinzipien der Natur und des biologischen Lebens widersprechen. Es würde auch bedeuten, der Jetztmensch "Homo sapiens sapiens (eine Anmaßung nicht nur der Wortbedeutung wegen) stamme entweder von einer Mischung der beiden Vorrassen ab oder nur von einer der beiden, statt sich vom habilis zum erectus und dann zum sapiens gewandelt zu haben, wobei das Schicksal der beiden Vorarten bei beiden Szenarien rätselhaft bleibt, denn es mutiert ja nicht der gesamte Nachwuchs einer Art oder Rasse. Es mutieren einzelne, die sich absondern oder abgesondert werden.

Eine der bedeutendsten Mutationen wäre übrigens das Entstehen der Fontanelle gewesen, die erst großschädelige Geburten ermöglichte, ohne dass entweder Kind oder Mutter oder beide umkamen.
So steht das in tw. alten Büchern, die ich gelesen habe. Die Neandertaler sollen danach nicht über eine Fontanelle, aber über größere Köpfe als die sapiens verfügt haben - eine biologische Sackgasse.
Das spricht gegen die Vermischungstheorie neandertalensis x sapiens, da eine hauchdünn entwickelte Fontanellenplatte vielleicht wenig Geburtsüberlebenschancen geboten hätte.
Letztlich war irgendwo in einem populärwissenschaftlichen Beitrag auch zu lesen, man sei nicht ganz sicher, ob die gerade bei Weißen vorhandenen neandertalertypischen Gene nun aus Vermischung stammen oder: vom gemeinsamen Vorfahren! Den muss es gegen haben.

Solange das nicht alles für Normalbegabte erklärt, sondern über die Widersprüche hinwegberichtet wird, bleibt für mich das Schulwissen relevant: Die ersten Jetztmenschen traten als Cromagnons und Aurignaken (schon in zwei sapiens-Rassen) auf, benannt nach den Fundorten, die beide nicht in Afrika liegen.
Spannend bleibt es für mich allemal.


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