Danke für Ihren Einwand. Meine Antwort hier kann nur eine Skizze sein

Diogenes Lampe, Samstag, 22.01.2022, 16:10 (vor 121 Tagen) @ mh-ing1163 Views

Entsprechend Ihrem sehr gutem Aufsatz bricht die Macht der Supereliten, welche die USA steuern und es entstehen mehrere Blöcke bestehend auf Russland, China, Rest-USA. Daneben können sich kleinere Mächte noch positionieren, jedoch in Anlehnung an einen dieser Großen. Die EU ist da kein Part mehr und infolge ihrer Entwicklung im Zusammenbruch bzw. in Paralyse, so dass nur noch Einzelländer eine Rolle spielen, nicht mehr die EU als Block.

Das setzt aber voraus, dass diese Supereliten sich dann mit etwas weniger begnügen müssten. Sie müssten Macht verlieren, Einfluss verlieren und den verlorenen Boden anderen überlassen. Mit Auflösung der UNO in jetziger US-domnierten Form, dem Downsizen der Nato, der Aufgabe von Einflussbereichen der USA müssten neue Spieler das Feld besetzen, die aber untereinander meist kriegerisch sich die Grenzen neu ziehen. Nur eine Supranationale Ordnungsmacht ist in der Lage solche Kriege zu verhindern, aber ist nun zerbrochen.

Genauso wäre die Sicherung der Verkehrswege, Gütertransporte usw. so eine Frage. Wenn das in Blöcke zerbricht, brechen auch die Verbindungswege und es wird generell zu einem völligen Umbruch kommen.

Ich tue mich daher schwer mit der Vorstellung, dass das so kommt. Es wird eine andere Wendung nehmen, die wir heute wohl noch nicht wirklich erfassen können, aber längst in Grundzügen vorbereitet ist.

Meine Prognose ist, dass wir zwar einen Rückgang der Supereliten vermeintlich erleben und sehen. Russland, China dominieren scheinbar und bekommen Macht. Aber deren Achillesferse bleiben die Handelswege und die Märkte (besonders China). Es müsste sich ein neues Konstrukt für die Welt global bilden, welches die verschiedenen Gruppen abbildet und austariert. Diese Mulitpolare Welt ist m.E. aber das Problem. Diese Eliten werden entweder das torpedieren oder übernehmen, was dann aber infolge des Konstrukts China, Russland und alle anderen Länder noch mehr unter die Knute läge.

Darüber, über das Übermorgen sollten wir mehr nachdenken, über den täglichen Wust hinaus sehen und denken.


Ihr Einwand erfordert natürlich eine gründlichere Antwort, als ich sie hier in diesem Rahmen geben kann. Deshalb nur skizzenhaft:

Die Supereliten, von denen Sie sprechen, sind überstaatliche Eliten. Die Neue Trilaterale Weltordnung, wie ich sie prognostiziere, ist eine föderale zwischen den Nationalstaaten. Für globale "Gestalter" ist da kein Platz mehr. Sie werden verschwinden.

Diese Supereliten, von denen Sie schreiben, verlieren doch längst ihre Macht, ihren Einfluss, müssen verlorenen Boden anderen überlassen. Alles das ist längst im Gange. Und gewiss nicht nur zum Schein.

Russland und China denken nicht daran, die UNO aufzulösen. Im Gegenteil! Sie verlangen von den Westmächten, endlich deren Charta zu erfüllen, die sie einst selbst unterzeichnet haben. Damit setzen sie international durch, dass in der Welt nicht mehr Macht vor Recht geht, sondern Recht vor Macht. Das ist der Grundsatz der großen UNO-Reform, die nun unter chinesischer und russischer Führung ansteht und der sich die Trumpisten, also die Jacksonianer der USA wohl oder übel anschließen müssen, wollen sie die USA noch retten und zu einem funktionierenden Bundesstaat werden lassen.

Die "neuen Spieler" sind eben Russland und China, dergestalt, dass sie zu neuen, souveränen Staaten und Supermächten auf Augenhöhe mit den USA wurden. Diese "neuen" Spieler sind durchaus nicht neu. Neu ist womöglich, dass sie erkannt haben, dass sie Rechtsstaaten sein müssen, wollen sie eine internationale Föderation von Staaten in ihrem Einflusssektor steuern und zusammenhalten.

Die USA und die EU-Staaten aber haben den Rechtsstaat aufgegeben, da ihr kapitalistisches
System am Ende durch die Akkumulation des globalen Kapitals gar keinen nationalen Rechtsstaat mehr zulassen kann. Und wo das Recht nicht mehr regiert, ist auch kein Staat mehr möglich. Staaten lassen sich jedoch nicht durch Moral führen. Selbst Diktaturen brauchen, um ihre Moral an die Spitze zu stellen und durchzusetzen, neben blanker Gewalt den bloßen Anschein des Rechts, der dann nicht mehr in einer gegenseitigen Übereinkunft besteht, sondern eben aus moralischen Forderungen, welche das Recht massiv einschränken, indem es unter die moralische Bedingung gestellt wird.

Das haben die kommunistischen, sozialistischen wie faschistischen und theokratischen Diktaturen bewiesen, aber auch die religiösen, die theokratischen Regime. Der Rechtsstaat ist aber gerade der Überwinder der moralischen Willkür, mit der sich einzelne gesellschaftliche Gruppen der Macht, z.B. Priesterschaften, Aristokraten oder Oligarchen oder sogenannte "Kulturrevolutionäre" Vorteile vor den Völkerrechten verschaffen wollen.

Die Pax Americana kommt eben deshalb als globale Völkerrechtsbrecherin mit ihren "Werten", um sich überhaupt noch weiter legitimieren zu können. Dass diese "Werte" nichts als Täuschungen sind, ist jedem evident, der verfolgt hat, wie sie durchgesetzt werden. Der Westen, die Pax Americana ist also durch und durch von scheinmoralischen Attitüden durchwebt, in der Moral vor Recht geht. Klima, Gender, BLM, Kampf gegen Rechts, Wokismus, Feminismus usw. -sogar die Schwindelpandemie auf der Basis von Guten und Bösen - also Geimpften und Ungeimpften - all das sind nur die moralischen Aufhänger, um das Recht der Rechteinhaber, also der Völker und Individuen, im Namen der Moral zerstören zu können, wobei natürlich allein der Westen mit seiner Haltungsjournaille bestimmt, was Moral ist und was nicht.

Was das kriegerische Setzen von neuen Grenzen angeht, so war das ja die Spezialität des Wertewestens, der die Moral zum Anlass nahm, sich seine globale Macht an den Völkern, deren Kulturen und deren Lebensraum und den darauf basierenden Rechten vorbei zu sichern.

Was die Sicherung von Verkehrswegen betrifft, so ist es ja gerade das Anliegen des chinesischen Konzepts der Neuen Seidenstraße, dies auf friedlichem Wege zu tun. Die Teilnehmer sind Nationalstaaten, also keine überstaatlichen "Eliten". Nationalstaaten, die Rechtsstaaten sein müssen. Das ist die Bedingung, denn nur so können verlässliche Verträge untereinander geschlossen werden. Theokratien wie z.B. der Iran, werden da ihre Probleme bekommen, wenn sie ihre schiitisch islamistische Rechtsprechung nicht anpassen. Ebenso Saudi-Arabien mit seinem wahabitischen Radikalismus. Aber auch für diese Staaten gilt: "Erst kommt das Fressen und dann die Moral!" Also werden sie sich anpassen müssen, wollen sie zukünftig nicht nur Sand fressen.

Der Vatikan und der Malteserorden werden da als souveräne Staaten wohl keine Anerkennung mehr finden, wenn die neuen UNO-Reformen durch Putin und Xi durchgesetzt werden. Sie basieren nun mal nicht auf dem Recht, sondern der scheinchristlichen, sprich satanistischen Moral und es fehlt ihnen am wichtigsten Merkmal eines Staates: Sie haben kein Staatsvolk. Als überstaatliche Macht werden sie so obsolet. Sie können nur noch als Kirchenbehörden überleben.


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