Was war denn der Beratungsauftrag an McKinsey?

Joe68, Donnerstag, 17.09.2020, 10:00 (vor 35 Tagen) @ nereus1461 Views

So wie ich das Beratungsgeschäft kenne, wird das ein strategisches Projekt und ziemlich theoretisch und abgehoben gewesen sein.

Die Berater sind gut im methodischen Denken, aber sie haben, mangels eigener Arbeitserfahrung, idR keinerlei praktisches Wissen was wirklich abgeht. Sie übernehmen lediglich bereits vorhandene Schematas, z.B. einen ähnlich gelagerten Merge zweier Unternehmen und leiten daraus einen Fahrplan ab. Zusätzlich werden dann , basierend auf Annahmen, zukünftige Entwicklungen projeziert.

Das gute an den Beratern ist lediglich ihre schmerzbefreite Ignoranz des täglichen Betriebs, sie planen etwas auf einer fast grünen Wiese und zeigen ein Modell wie es laufen könnte wenn die Parameter vorgegeben sind. Ich halten es dafür für unwahrscheinlich dass strategische Projektberater etwas mitbekommen können wenn die formal weit besser aufgestellten Bilanzprüfer der EY es nicht sehen konnten und den bereitgestellten Unterlagen geglaubt haben.

Es hätte anders laufen können wenn McKinsey / EY tiefes operatives Branchenknowhow gehabt hätten, dann wäre es wohl aufgefallen dass die Kosten in Europa zu hoch und die Zahlen aus Asien zu unplausibel sind.

Andererseits schadet, auf dem Level, zu viel Fachwissen der Karriere, denn es werden nicht nur die schön gemalten Chancen, sondern auch die echten Bedenken gesehen.


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