Dieses Mal siegte eben der "Osten"

Mephistopheles, Datschiburg, Dienstag, 15.09.2020, 08:45 (vor 36 Tagen) @ Weiner747 Views
bearbeitet von Mephistopheles, Dienstag, 15.09.2020, 09:04

Mich, Mephisto, 'erinnert' die derzeitige Situation an die Zeit nach dem von Dir genannten Datum, jedoch vor dem Sommer 29 v.Chr. Das Jahr -49 entspricht dem Jahr +1914.

Dieser Anschauung gebe ich im Prinzip recht, allerdings nicht den Folgerungen
Morphologisch entspricht das Jahr 1914 der Ermordung Cäsars an den Iden des Martius im Jahre 44 v.Chr. Danach war Krieg in Rom, der erst 31. v Chr. durch die Machtübernahme des Augustus beendet wurde.
Nach Plutarch ging die Zahl der Römer, also der Sozialhilfeempfänger, während dieser Zeit um etwa die Hälfte zurück. Man darf aber die Empfänger der annona nicht unbedingt mit der Sozialhilfe verwechseln, eher entspricht das strukturell den Beamten, öffentlich Bediensteten, Rentnern und Hartz IV Rmpfängern, also allen, die von Transferleistungen leben.
Das Jahr 31 n. Chr. entspricht morphologisch dem Jahre 1945.
Danach begann die pax romana innerhalb des Reiches, wie bei uns die Pax americana bis heute. Diese Zeit endet dieser Tage.

Cäsar wollte in seinen letzten Lebensjahren noch das Partherreich niederwerfen, das entspricht China. Er wäre der einzige gewesen, der es geschafft hätte. Aber eben wegen seiner Ermordung kam es nicht dazu. Viel zu spät unternahm der ungeeignete Marcus Licinius Crassus noch einen Versuch, der kläglich scheiterte.
Ohne WK I.+II. wäre China heute mit sicherheit Teil des Imperium europaeum incl. Russland und nähme zusammen mit Indien dieselbe Rolle ein wie Ägypten für das römische Reich, so aber kam es nicht dazu. Das Partherreich war in Zukunft die Nemesis der Römer. Ich glaube, man kann die römische Geschichte ruhig als Vorzeichen unserer Geschichte sehen.

Kurze Zeit nach Ausrufung der pax romana erlebte die römische Armee die erste große Niederlage im Teutoburger Wald. Wer wollte da nicht an Vietnam denken? Auch das war ein Vorzeichen, allerdings zeigte sich das erst nach mehreren Jahrhunderten.

Wobei sich herausstellte, dass die Germanen gar nichts gegen die Römer hatten, im Gegenteil, sie wollten das Römerreich als heiliges römisches Reich Deutscher Ntion fortführen. Allerdings waren sie dazu nicht in der Lage.
Genauso wird man in Kürze feststellen, dass die Chinesen gar nichts gegen die Amerikaner haben, sondern das Imperium americanum lediglich fortführen möchten als heiliges americanisches Reich chinesischer Nation. Ich habe allerdings meine Zweifel, ob sie es schaffen.

Und die vom Format her mit Cäsar in etwa vergleichbaren historischen Figuren sind schon lange tot (Hitler, Roosevelt, Stalin, Churchill), aktuell haben wir es mit einer Unmenge von Kaiserlein zu tun (ein Multivirat), die sich wie kleine Kinder gegenseitig ans Scheinbein treten - zu mehr sind sie nicht fähig. Der AUGUSTUS dagegen hat sich noch nicht geoutet bzw. weiß selbst noch nicht, dass er es dereinst sein wird (ist im Augenblick noch zu 'jung'). Zu den weiteren historischen Unterschieden gehört ferner, dass der seinerzeitige Augustus ein Gleichgewicht zwischen den traditionellen Institutionen (Senat etc.) und dem MILITÄR suchen musste, während heute ein Gleichgewicht bzw. eine funktionierende Synthese zwischen unseren eigenen traditionellen Strukturen ('Demokratie', 'parlamentarisches System' etc.) und dem 'kapitalen' Über- und Hinterbau gefunden werden muss. Sehr gerne würde ich mit kompetenten Personen über dieses spezifische Thema diskutieren (das sich allerdings in viele sachliche Teilfäden auflösen würde), da ich der Ansicht bin, dass jeder eigentlich die Pflicht hat, hieran mitzuwirken. Ich bedauere es, dass ich hier auf dem Forum niemand finden konnte, der ein entsprechendes Interesse etc. dafür hat. Das ist aber ansonsten überhaupt nicht schlimm. MfG, Weiner.

Da gebe ich dir voll recht. Du bist ja die einzige intellektuelle Leuchte hier umgeben von lauter Vollpfosten, die solche morphologischen Analogien wie Robert Musil einfach nicht nachvollziehen können. [[lach]] [[hüpf]]

PS. Geschichte verläuft übrigens in Generationen und nicht in Jahereszahlen. Daraus erklären sich gewisse Unterschiede im zeitlichen Ablauf analoger Vorgänge, die sich jedoch über mehrere Generationen betrachtet wieder auspendeln.

Gruß Mephistopheles

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Wenn wir nicht das Institut des Eigentums wiederherstellen, können wir nicht umhin, das Institut der Sklaverei wiederherzustellen, es gibt keinen dritten Weg. Hillaire Belloc


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