Niemand schafft das Geringste ganz allein.

trosinette, Samstag, 27.06.2020, 08:09 (vor 7 Tagen) @ helmut-1231 Views

Guten Tag,

Aber als Eltern hat man dazu natürlich auch seinen Beitrag geleistet,nächtelangen
Diskussionen mit den Kindern. Es kommt also nichts vom Himmel gefallen.

Und so hattest Du offenbar das großes Glück, dass Deine Eltern an Dir auch ihren positiven Beitrag geleistet haben, ohne das Du darauf auch nur den geringsten Einfluss hattest oder irgendwas selber in die Hand nehmen konntest – es ist Dir einfach vom Himmel gefallen.

Am Rande bemerkt: Im Gespräch bleiben, egal was auch passiert, ist natürlich das A und O.

Meinen Kindern konnte ich aber genau das vermitteln, was Du eher ablehnst, - nämlich sein
Leben in die Hand zu nehmen, sich ein Ziel zu setzen und mit Willensstärke Stein auf Stein
zu legen, um das letztlich zu erreichen, was man sich vorgenommen hat.

Ich lehne es nicht ab, das Leben in die Hand zu nehmen, sich Ziele zu setzen und mit Willensstärke Stein auf Stein zu legen und letztendlich zu erreichen was man sich vorgenommen hat. Ich lehne es nur ab, die eigenen (Erfolgs) Geschichte als eine, vom Willen abhängige, beliebig reproduzierbare Universalie zu verstehen. Beliebige Reproduzierbarkeit lässt die Natur, vom Unfall "Eineiige Zwillinge" abgesehen, aus Prinzip nicht zu.

Meine Tochter war im Gymnasium in die Fänge der Drogen geraten. Ich hab sie nicht unterstützt,
ich hab sie fallen lassen. Ich wusste genau, dass sie erst dann, wenn sie "am Boden" ist und von
sich aus - mit ihrem festen Willen - von dem Zeug ernsthaft wegkommen will, eine reale Chance hat.

Ich frage jetzt nicht, ob dieser Boden der Boden war, auf dem sich ein Junkie wiederfindet, der, den Tod vor Augen, für zwei Wochen auf die Intensiv geschoben wird. Auf alle Fälle hatte Deine Tochter das Glück, dass sie von Hause aus mit dem rechten Rüstzeug versehen wurde um diese Krise zu bewältigen.

Im übrigen betreut sie auch Süchtige.

Das ist sehr gut! Es sprechen viel zu viele Blinde von der Farbe. Wie z.B. nicht Alkoholiker über Alkoholiker, schlanke sportliche Leute über träge fette Leute, Systemkritiker über Mitläufer. Ich muss dabei immer an die biblische Weisheit und Warnung denken „Urteile nicht“. Ich urteile ständig über meine Mitmenschen, ohne ihr inneres Farbenspiel sehen zu können.

Sie haben das alles ganz alleine geschafft

Mein Bruder war Alkoholiker und ist an der Arroganz „ich schaffe das alles ganz allen“ krepiert.

Sachlich fachlich ist das sowieso totaler Quatsch. Niemand schafft auch nur das Geringste ganz allein. Es gibt immer eine Vorgeschichte, die uns dazu befähigt etwas zu schaffen und diese Vorgeschichte kann sich niemand ganz allein erschaffen.

Darüber hinaus ist natürlich klar, dass man, im Gegensatz zu einer Gruppe, ganz alleine sowieso kaum was schafft. In einer Gemeinschaft schafft man viel mehr. Als globale Weltgemeinschaft schaffen wir es sogar, einen ganzen Planeten aus den Angeln zu heben.

Mit freundlichen Grüßen
Schneider


gesamter Thread:

RSS-Feed dieser Diskussion

Werbung

Wandere aus, solange es noch geht.