Ich bin da eher skeptisch

helmut-1, Siebenbürgen, Mittwoch, 24.06.2020, 21:25 (vor 10 Tagen) @ Tempranillo1359 Views
bearbeitet von helmut-1, Mittwoch, 24.06.2020, 21:29

Es mag ja durchaus sein, dass gewisse Stoffwechselvorgänge oder Vitamine, Enzyme, etc. den Hang zum Trinken erleichtern. Das hat aber in meinen Augen nur ein Art Schuhlöffel-Funktion. Das, was da als Überschrift oben drüber steht, ist immer noch der Wille.

Ich hab da meine eigene These, und die lautet: Wenn ich in einen Zustand kommen sollte, bei dem ich nicht mehr Herr über meinen Körper bin, dann wirds gefährlich. Weil dann verliere ich meine Selbstachtung vor mir. Damit meine ich, dass ich alleine willentlich bestimme, wann ich esse, wann ich trinke, wann ich rauche, - wie gesagt, ich bestimme das alleine und nicht mein Körper.

Auch ich trinke, aber nur dann, wenn es mir schmeckt, und nicht weil ich es brauche oder die Hände zu zittern anfangen. Natürlich kann Alkohol auch ein Stressentschärfer sein. Jeder, der in der Lage ist, sich selbst zu beobachten, weiß, was bei ihm auf den Plan tritt, wenn er unter Strom steht. Auch bei mir ist das manchmal ein vermehrter Griff zur Flasche, oder auch Süßigkeiten.

Man muss sich nur darüber im Klaren sein, dass Alkohol manchmal eine Brücke sein kann, aber niemals ein Weg. Da in meiner Familie mehrere Alkoholiker waren und ich gesehen habe, wohin das führt, habe ich mit meiner Frau was vereinbart: Wenn Sie mir sagt, dass ich zuviel trinke, dann glaube ich ihr das und ziehe die Reißleine. Aus zwei Gründen: Einerseits gönnt mir meine Frau immer was Gutes, kauft mir auch oft selbst die eine oder andere Flasche, was mir halt schmeckt. Andererseits weiß ich, dass jemand, der abhängig ist, das in den wenigsten Fällen selbst feststellen kann, das kann nur sein Umfeld.

Man kann sich aber auch selbst testen: Ich z.B. mache auch als völlig Gesunder jedes Jahr ein komplettes Blutbild mit Urin und PSA. Da gibts bestimmte Faktoren, z.B. bei den Leberwerten, die da einen Fingerzeig geben, wenn man zuviel konsumiert. Mein anderer Test ist meine vierteljährliche Fastenkur. Da ist sowieso nur Wasser angesagt, - und da bin ich grad dabei. Vorhin habe ich aus dem Kühlschrank was für die Katzen geholt, und da stehen in der Kühlschranktür zwei angebrochene Flaschen. Juckt mich überhaupt nicht, ich hab da keinerlei Verlangen danach.

Das alles sind die Gründe, warum ich in der obersten Instanz für die Entscheidung, Alkohol zu trinken oder eben nicht, den Kopf sehe, resp. das, was da drin zu sein hat. Leute, die keinen Willen haben, sind für mich nicht einmal in der Kategorie, dass ich sie bedauere, das ist noch eine Schublade weiter unten. Meine Tochter als Psychologin und Psychotherapeutin sieht das natürlich ganz anders.

Hier in RO beschränkt sich das Bedürfnis auf den Alkoholgenuss auf die Abendzeit, zumindest bei mir. Weil dann habe ich das Auto in den Hof gefahren, und dann kann ich auch was trinken. In RO gibts 0,0, und wenn man in eine Kontrolle kommt, dann ist auch bei niederen Promillewerten erst einmal der Führerschein weg, und zum anderen muss man in die Arrestzelle, max. 48 Std. Fahren mit Alkohol ist hier ein Straftatbestand. Eines der Hobbies der Uniformierten ist, am Sonntag früh, wenn die Leute zur Kirche gehen, auf der Straße Alkoholkontrollen durchzuführen. Meistens werden sie mit dem Restalkohol von der letzten Nacht dann fündig.


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