Ich habe nicht auf Gabys Beitrag geantwortet, weil ich weiß, dass meine Beiträge dort unwillkommen sind

Mephistopheles, Datschiburg, Mittwoch, 24.06.2020, 14:15 (vor 8 Tagen) @ Tempranillo1877 Views
bearbeitet von Mephistopheles, Mittwoch, 24.06.2020, 14:20

Wie kann man alkoholabhängig werden, wenn man sich an europäischen Gewohnheiten orientiert und, sagen wir Rotwein, ausschließlich zum Essen serviert?

Mich vollaufen zu lassen bis zum Anschlag, habe ich auch mal gemacht. Das ist aber lange her, und seitdem ich auf Rotwein umgestiegen bin, hat das ganz von selbst aufgehört, ohne die geringste Anstrengung.

Sobald man zu viel intus hat, merkt man nicht mehr, was einem aus dem Glas entgegenduftet, schmeckt auch kaum noch etwas und kann noch weniger seine Eindrücke in Worte fassen.

Wenn man an diesem Punkt angelangt ist, weiß man, es ist jetzt Zeit, mit dem Schnorcheln aufzuhören.

Der Alkoholiker merkt diesen Punkt nicht. Das ist ebenso wie mit der Dummheit. Der Dumme bemerkt die Dummheit seiner Argumente nicht.

Beim ersten Glas trinkt der Mensch den Wein, beim zweiten Glas trinkt der Wein den Wein, beim dritten Glas trinkt der Wein den Menschen.

Bei mir sorgt alleine schon der Hedonismus dafür, beim Rotweintrinken nicht die Kontrolle zu verlieren.

Das ist eine mindestens genau so intelligente Antwort wie die eines Gesunden einem Fiebrigen gegenüber, bei ihm sorge alleine schon Abkühlung dafür, dass er nicht fiebere.

Mehr ist gar nicht nötig, und mit Sicherheit brauche ich keine amerikanischen Experten.

Mehr als Gesundheit ist für Gesunde nicht nötig und mit Sicherheit braucht der Gesunde keine amerikanischen Experten. Ist es eigentlich möglich, dass einer so maßlos dumm ist, dass ihm nicht einmal die abgrundtiefe Dummheit dieses Arguments auffällt?


Tempranillo

Zitat:

Wir gaben zu, dass wir dem Alkohol gegenüber machtlos sind – und unser Leben nicht mehr meistern konnten.
wird in den Meetings der Anonymen Alkoholiker jedes Mal am Anfang gesprochen.

Das ist so umwerfend offensichtlich, dass keiner auch nur auf die Idee kommt, das anzuzweifeln. Erst das Buch Das biologische Massenwirkungsgesetz von Eckart Knaul mit Berichten über Versuche der Verhaltensforschung mit den dem Menschen sehr ähnlichen Schweinen brachte mich auf die Idee, dass es genau umgekehrt ist, nämich so:

Wir gaben zu, dass wir unser Leben nicht mehr meistern konnten und deswegen dem Alkohol gegenüber machtlos waren

So rum ist es nämlich richtig. Deswegen ändert Abstinenz auch überhaupt nichts an der Lebensbewältigung (außer dass sich die physische Gesundheit verbessert).

Gruß Mephistopheles

--
Wenn wir nicht das Institut des Eigentums wiederherstellen, können wir nicht umhin, das Institut der Sklaverei wiederherzustellen, es gibt keinen dritten Weg. Hillaire Belloc


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