"Jede Hoffnung auf einen breiten Forderungsverzicht...."

Mephistopheles, Datschiburg, Mittwoch, 20.05.2020, 07:49 (vor 196 Tagen) @ Ashitaka1991 Views
bearbeitet von Mephistopheles, Mittwoch, 20.05.2020, 07:56

Hier im Gelben Forum ist ein solch simplifizierendes Niveau erreicht worden. In Anbetracht der geistreichen System-Diskussionen der Vergangenheit, stimmt einen das wirklich bedenklich. Da kann man mich Ohrfeigen bis der Arzt kommt. Fangt doch endlich mal an die grundlegensten Systemkenntnisse, die hier über viele Jahre zusammengetragen wurden zu studieren, statt immer zu nut an Helden- und Bösewichtfantasien zu glauben.

Wie verquer und vielfach verschachtelt die Schuldsummen international ihren Gläubigerseiten gegenüberstehen, das wollen all die Loslösungs-, Bewaffnungs- und Verzichtsforderer doch gar nicht wissen. Das gilt es im Interesse der albernen Lösbarkeitssimulation (Trump weg alles gut, DE braucht einen Friedensvertrag und wir fahren zum kanzleramt, dann wird alles besser) auszublenden.

Es herrschen hier immer wieder so simplifizierte Systemvorstellungen, dass in den Diskussionen auch wirklich nichts von der wirklichen Komplexität übrig bleibt. USA da, DE hier, China dort, Süden Scheiße, Westen flop, Osten top. Märchenstunden noch und nöcher!

Vielen Dank, dass du den ganzen Dummschwätzern hier mal das Maul gestopft hast. Nicht zu vergessen die, welche da glauben, mit einer Goldunze zum Bäck gehen zu können um sich ihre Frühstücksbrötchen einzukaufen und dabei großzügig übersehen, dass zuvor das Gebnäude, in dem die Bäckerei ist, vorfinanziert werden muss und die Straße, die zur Bäckerei führt, vorfinanziert werden muss und der Strom- und Wasseranschluss der Bäckerei vorfinanziert werden muss und die Mühle, in der das Mehl gemahlen wird, vorfinanziert werden muss und die Maschinen, die in der Mühle stehen, vorfinanziert werden müssen und die Fabriken, in denen die Maschinen produziert werden, vorfinanziert werden müssen und die Maschinen, die in der Landwirtschaft dafür sorgen, dass gesät und geerntet werden kann, vorfinanziert werden müssen und die Rohstoffe, aus denen diese Maschinen hergestellt werden, vorfinanziert werden müssen und die Betriebsstoffe, das Rohöl und die Gasleitungen über zigtausende km vorfinanziert werden müssen und die Organisation vorfinaziert werden müssen und die Riesengeräte, die Erdöl und Erdgas fördern im bis zu 5.000m Meerestiefe, vorfinanziert werden müssen und die Ausbildung der Fachkräfte, die diese Maschinen führen, vorfinanziert werden muss, bevor sie sich auch nur ein einziges Brötchen leisten können und das alles soll mit einer Unze Gold ermöglicht werden, die der eine Vorfinazier dem nächsten übergibt.
Man erinnere sich nur an WGN sein damaliges Radiointerview, in dem er dies verdeutlichte und wie wenig er mit seinem Versuch dabei von der wirklichen Komplexität einfangen konnte. Danke dafür.

Ich würde mich gerne erinnern. Hast du einen Link?

Die EU-Anleihen werden risikostrategisch an den weltweiten Finanzmärkten in den nächsten Jahren/Jahrzehnten heiss begehrte Papiere für die institutionellen Anleger, Versicherungen und Treuhandgesellschaften sein. Denn unabhängig der gesellschaftlichen Veränderungen in der EU ist das Refinanzierungs- und Besicherungspotential der vergemeinschaftlichten Schulden gewaltig. Und dieses Potential werden sie in allen strategischen Bereichen schneller entfalten als uns lieb ist.

Ja, nicht einmal auf einen Teil dieser Guthaben wollen sie verzichten, damit Bahnhöfe und Universitäten damit in Schuss gebracht werden. Nicht wahr, DT?

Genau! Die EU-Anleihen sind so sicher wie die 80.000 Meilen römischer Straßen, die über 2.000 Jahre des ständigen Unterhalts bedürfen und die Hunterte römischer Aqüädukte und die Theater und Tempel in jedem größeren Ort und das Collosseum, das ständig betriebsbereit gehalten werden muss. Dabei würde selbstverständlich jeder Finazier das römische Straßennetz, die römischen Tempel und die römischen Aquädukte, nicht zu vergessen die Hunderte oder eher tausende römischer Villae Rusticae auch in Betracht auf die Solidität des römischen Reiches als erstklassige Sicherheit akzeptieren. [[ironie]]

PS: Hat noch einer Links zu den legendären Artikeln von @morpheus, in denen er nachwies, dass der ständige, "kostenträchtige" Erhalt der Infrastruktur zwar für die Lebensfähigkeit des Systems unabdingbar, aber aus den Mittteln des Systems niemals finanzierbar ist?

Aber Ashitaka hat die Lösung gefunden: Eu-Anleihen! Das, wenn die Römer geahnt hätten![[rofl]] [[euklid]]

Gruß Mephistopheles

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Wenn wir nicht das Institut des Eigentums wiederherstellen, können wir nicht umhin, das Institut der Sklaverei wiederherzustellen, es gibt keinen dritten Weg. Hillaire Belloc


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