Max Planck Institut für Psychiatrie - Die Nebennierenschwäche ist nicht das Problem, sie zeigt nur an, dass es ein Problem gibt.

Vatapitta, Dienstag, 10.01.2017, 17:44 (vor 2740 Tagen) @ Leserzuschrift9861 Views
bearbeitet von unbekannt, Dienstag, 10.01.2017, 18:44

Hallo Markus,

vielen Dank für deinen offenen Umgang mit einem so persönlichen Thema.
Die Symptome, die Du schilderst, halte ich nicht für die Krankheit.
Deshalb zweifle ich auch am langfristigen Nutzen der hier bisher vorgeschlagenen therapeutischen Ansätze. Zur vorübergehenden Stabilisierung kann das ein oder andere beitragen. Wichtig scheint mir, dass es Dir erstens nicht zu viel wird und Du zweitens zu der Methode/den Medikamenten Vertrauen hast.
Du bist mit deiner Erfahrung nicht alleine. Dieses oder Ähnliches haben schon viele Menschen erlebt.
Das Max Planck Institut hat sich mit den vielfältigen Formen auseinandergesetzt.

Vor kurzem wurde bei mir, nach jahrelanger Ungewissheit über meine
Energielosigkeit, Antriebslosigkeit & Müdigkeit, festgestellt, dass meine
Cortisol, Adrenalin & Noradrenalin Levels viel zu tief sind. Dies lässt
den Schluss zu, dass meine Nebennieren erschöpft sind.

……..

Zusätzlich auch Kortison als verschreibungspflichtiges Medikament, niedrig
dosiert. Ich bin nicht sehr Homöopathie gläubig, und dazu leider auch
noch ungeduldig. Vlt. ist das aber nach 20 Jahren der Einschränkung
einfach so.

…..

Nun meine Fragen: Kann mir jemand Tipps geben, wie ich die
Nebennierenschwäche noch besser behandeln kann? Ist ja leider sehr
langwierig!

….

Vielen Dank für eure Tipps und liebe Grüße!
Markus


Ich kann Dir aus der Ferne keine therapeutischen Ratschläge geben. Dazu ist immer ein persönliches Kennen und Vertrauen notwendig. Eventuell hilft Dir meine etwas andere Betrachtungsweise dieser Symptome weiter.

Als erstes drängt sich mir die Frage auf, wie es zu solchen Symptomen kommen kann.
Wir haben hier im Forum vor längerer Zeit das Buch "Müdigkeitsgesellschaft von Byung-Chul Han" besprochen. Sehr verkürzt gesagt beschreibt er als ein Ergebnis "des zu vielen" eine Zunahme neurologischer Erkrankungen wie Depressionen, Burnout, Borderline usw. Er nennt diese Erkrankungen einen Infarkt der Seele. Auf der Basis zahlreicher philosophischer Schriften schlägt er einen entspannteren Umgang mit dem Alltag vor - er nennt es "Müdigkeitsgesellschaft". In dieser fehlt das andauernde Reagieren auf alles.


Die Symptome des Burnout oder ähnlicher Erkrankungen finden sich bei ständiger, zwanghafter Selbstüberforderung. Eine Medikation der Symptome ermöglicht es letztlich nur, durch Korrektur der Laborwerte, auf dem Weg der unbewussten Selbstüberforderung weiter zu gehen. - Wie wird das wohl enden?

Ich halte es in solchen Fällen für sinnvoller, professionelle psychotherapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Der beste - mir bekannte - Ort für eine umfassende Rekonvaleszenz ist die ayurvedische Abteilung der Habichtswaldklinik in Kassel.

Es besteht bei entsprechender Diagnosestellung und Hartnäckigkeit gegebenenfalls die Möglichkeit der stationären Einweisung durch einen Arzt deines Vertrauens. Privat betragen die Kosten für eine 3-wöchige Kur geschätzt 6000 €.


Alles Gute
Vatapitta

--
Chronisch sind die Schmerzen dann, wenn der Doktor sie nicht heilen kann. http://www.liebscher-bracht.com/


gesamter Thread:

RSS-Feed dieser Diskussion

Werbung