Wie es wieder zurück in's Gefängnis geht

Monterone, Samstag, 07.01.2017, 15:00 (vor 2743 Tagen) @ Monterone5451 Views

Thorsten Hinz zeigt in seinem ansonsten zustimmenswürdigen Leitartikel, wie es wieder zurück in's Gedankengefängnis, danach das reale Staatsgefängnis geht:

Da trifft es sich gut, daß in diesem Jahr der 200. Geburtstag des amerikanischen Schriftstellers Henry David Thoreau ansteht, der die Idee des zivilen Ungehorsams und Widerstands begründete. Thoreau hatte sich geweigert, Steuern für eine als falsch erachtete Politik zu entrichten und ging dafür sogar kurzzeitig ins Gefängnis. Seine 1849 erschienene Schrift „Resistance to Civil Government“ trägt im Deutschen den Titel „Widerstand gegen die Regierung“ beziehungsweise „Über die Pflicht zum Ungehorsam gegen den Staat“.

Der Essay atmet einen amerikanischen Geist, der sich nicht deckungsgleich übertragen läßt. Auch legt Thoreau nicht trennscharf dar, wo die Grenze zwischen gerechtfertigtem Widerstand und bodenloser Anarchie verläuft. Dennoch darf man daraus lernen und ein klein wenig amerikanischer werden, indem man seine Gläubigkeit gegenüber den Institutionen ablegt und sie vor dem geistigen Auge schrumpfen läßt.

https://jungefreiheit.de/debatte/kommentar/2017/pflicht-zum-ungehorsam-gegen-den-staat/

Amerikanischer oder demokratischer zu werden, ist der sicherste Weg, zuerst im Gedanken-, danach Staatsgefängnis zu landen.

Wenn sogar ein so gebildeter und intelligenter Mensch wie Thorsten Hinz nicht willens oder imstande ist, seinen Amerika-Wahn abzulegen, ist die Lage wirklich hoffnungslos.

Warum bezieht er sich nicht auf Namen Henry David Thoreaus und schreibt, wir müßten lernen, französischer oder wenigstens europäischer zu werden und plädiert ausgerechnet für den Weg zur Hölle?

Monterone


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