Frage zur gesetzlichen Rente, freiwilliger Mindestbeitrag

tar ⌂, Gehinnom, Freitag, 06.01.2017, 12:41 (vor 2756 Tagen)6748 Views

Hallo,

angesichts meiner persönlichen Situation (seit 1 Jahr Freiberufler) frage ich mich, ob sich eine freiwillige Einzahlung in die gesetzliche Rentenversicherung überhaupt lohnt. Ich habe de facto nur 3-3,5 Jahre richtig eingezahlt. Der Rest geht auf eine verkorkste Zeit zurück. Für die Rentenanwartschaft benötigt man aber meines Wissens 35 Beitragsjahre, d.h. mir fehlen noch 32 Jahre, wobei ich dann zufälligerweise auch direkt 67 wäre (wobei es bis dahin eh wieder ein höheres Renteneintrittsalter geben dürfte). Dafür müsste ich nun diese 32 Jahre den Mindestbeitrag von momentan 84,15 € monatlich entrichten, also jährlich etwa 1000 €, kurz: 32.000 € investieren. Dafür erhöht sich die monatliche Rente jeweils um 2,50 € (Verhältnis 33:1), d.h. insgesamt um 2,50 € * 12 Monate * 32 Jahre = 960 €. Das hieße, ich hätte die Renteninvestition OHNE VERZINSUNG nach 2,8 Jahren wieder rein.

Sind meine Gedanken so erstmal richtig?

Nehmen wir an, die freiberufliche Tätigkeit läuft irgendwann nicht mehr so wie gedacht und ich müsste wieder in ein Anstellungsverhältnis. Wären die Rentenanwartschaften ohne freiwillige Zahlung dann weg?

Was wäre, wenn man in ein anderes Land zieht oder gar steuerfrei herumstreunt? Verfällt dann ebenfalls der Rentenanspruch?

Vor etwa 10 Jahren war ich gewiss, dass die gesetzliche Rente mir nichts bringen wird. Sei es, weil das Renteneintrittsalter unentwegt angehoben oder die Rente selbst abstrus niedrig ausfallen wird. Inzwischen wurden ja auch diverse gesetzlich Regelungen getroffen, die schulische und berufliche Ausbildung gar nicht mehr oder wesentlich niedriger in die Rentenbewertung einfliessen zu lassen (siehe Rente - die Katastrophe ist schon da). Zudem gibt es immer noch keine Ost-West-Rentenangleichung, was mit der hinterherhinkenden Lohnentwicklung im Osten zusammenhängt. Dann kennen wir die steigende Belastung der deutschen Sozialsysteme und des Staatshaushalts insgesamt:
- marode Infrastruktur
- kurzfristige Rettung über Privatisierung sozialer Bereiche
- jährlicher Verlust von 80.000 qualifizierten Steuerzahlern, die das System finanzieren
- Euro-Krise (Griechenland, Spanien, Italien)
- ...

Also ich bin unschlüssig und freue mich auf eure Ansichten.

Gruß!â„¢

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Gruß!™

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